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Renate Hüsken:
Ella Adaïewsky (1846-1926). Pianistin - Komponistin - Musikwissenschaftlerin.
Köln: Dohr, Juni 2005, 435 S., zahlr. Abb. und Notenbeispiele, Werkverz., Register, Hardcover, ISBN 3-936655-18-9. Ladenpreis 49,80 Euro.
Erhältlich im Buchhandel, im Internet-Buchhandel oder über den Verlag Christoph Dohr: info@dohr.de, Tel. 0 22 71 / 70 72 05 und -06, Fax: 0 22 71 / 98 99 88 0. |
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Klappentext Ella Adaïewsky, 1846 in Sankt Petersburg geboren, bereiste in ihrer Jugend als Klaviervirtuosin Russland und Westeuropa. Sie konzertierte in den Salons der vornehmen Sankt Petersburger Gesellschaft sowie am Hofe Zar Alexanders II. Nach dem Studium am Sankt Petersburger Konservatorium gab sie das Konzertieren auf und widmete sich ganz der Komposition. Adaïewsky komponierte zwei Opern, Chorwerke für die russisch-orthodoxe Kirche, Kammermusik und zahlreiche Lieder. Ein Großteil ihrer Werke wurde zu ihren Lebzeiten in Sankt Petersburg, Paris, Wien und anderen europäischen Großstädten aufgeführt. Von 1882 bis 1911 lebte und arbeitete sie als Komponistin und Musikwissenschaftlerin in Venedig. Ihre Forschungsergebnisse wurden in renommierten Fachzeitschriften publiziert. Die letzten Lebensjahre verbrachte die Künstlerin als Gast der Königin Elisabeth von Rumänien in Schloss Segenhaus bei Neuwied am Rhein. Ella Adaïewsky starb 1926 in Bonn.
Die vorliegende Arbeit beruht auf der wissenschaftlichen
Erschließung des bisher ungesichteten und unveröffentlichten Nachlasses. Sie
bietet erstmals einen umfassenden Überblick über Leben und Werk Ella
Adaïewskys und analysiert mit Bezug auf den musikhistorischen Kontext die
künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten und Grenzen einer Frau, die das
Musikleben ihrer Zeit auf vielfältige Weise mitgestaltet hat. Adaïewskys
Briefe und Tagebücher liefern über die individuelle Lebensgeschichte hinaus
spektakuläre Erkenntnisse zur Musikgeschichte Russlands und Italiens.
Feedback: "Hier nochmals mein tiefempfundenes Kompliment für diese nicht nur schöne, sondern auch tiefgehende und ertragreiche Arbeit, die insbesondere deshalb so hervorragend ist, da ich darin so viel über St. Petersburg, Venedig und den Raum Köln/Neuwied (jeweils an einer bestimmten historischen Schnittstelle) erfahren habe. Klasse! Toll! Nochmals Dank für diese inspirierende Lektüre." (Hans Winking, Musikredakteur WDR 3)
Rezensionen:
"Wie schön, dass es noch bedeutende
Musikerpersönlichkeiten gibt, deren Nachlass bisher noch unerschlossen war
und mutige ForscherInnen, die sich an solche Nachlässe heranwagen. [...] Die
liebevolle und sorgfältige Auswertung der Quellen, oft sehr stark ins Detail
gehend, ist gemäß der Autorin erst als Anfang der Adaïewsky-Forschung zu
sehen. So hat man ein höchst lesenswertes und gut lesbares Buch vor sich,
das zwischen den Zeilen mehr Einblick in die nicht immer nur 'gute alte
Zeit' gibt als man auf den ersten Blick vermutet. [...] Renate Hüsken führt
dem Leser das bewegte Leben der Künstlerin vor Augen, stellt die
wesentlichen Schriften vor und analysiert ausgesuchte Kompositionen. Die
Krönung der Arbeit ist für mich als bibliographisch verwöhnter (und in
diesem Umfeld arbeitender) Rezensent das ausführliche Werk- und
Schriftenverzeichnis. Es enthält alle Angaben, die man sich nur wünschen
kann und öffnet der weitergehenden Forschung sowie dringend notwendigen
Neuausgaben Tür und Tor. Das Buch ist die seltene Kombination einer nicht
nur gut lesbaren, sondern auch brauchbaren Dissertation, die nicht nur
Forschungsbibliotheken bereichern wird."
(Hanspeter Renggli in: Schweizer Musikzeitung
9/2006, H. 1, S. 29/30) "Wenn es Renate Hüsken nicht getan hätte, dann wäre vielleicht nie ein Buch über Ella Adaiewsky (1846-1926) erschienen. [...] als Ausgangspunkt für ihre in Buchform vorgelegte musikwissenschaftliche Dissertation diente ihr der umfangreiche Nachlass der Pianistin, Komponistin und Musikologin aus Privatbesitz. Was nun hat zu Adaiewskys unbestreitbarem Ruhm einerseits und ihrem im Vergleich zu anderen Pianistinnen wie Clara Schumann oder Elly Ney so schnell verblassten Stern beigetragen? [...] Ihr langes Leben und ihre ausnahmslose Reisefreudigkeit verschafften Adaiewsky Kontakte zu den Größen des zeitgenössischen Musiklebens aus dem 19. Jahrhundert. An den Soirees des alten Rossini hatte sie teilgenommen, Berlioz hörte die Pianistin, Gounod, Brahms, Liszt und Clara Schumann waren auf die junge Klaviervirtuosin aufmerksam geworden. Hüsken wählt einen erzählenden Stil der Lebensbeschreibung und dosiert die zeitgenössischen Zitate sehr sorgfältig, nicht ohne den wissenschaftlich-dokumentarischen Apparat zu vernachlässigen. Somit erweitert sich das Buch zu einem Roman der Musikgeschichte in der ausgehenden romantischen Epoche und zu einem Dokument über das Spannungsverhältnis eines im Umbruch befindlichen russischen Reiches im Verhältnis zu den europäischen Nachbarn. Zudem ist es die Geschichte einer Frau, die sich, wie zu ihrer Zeit üblich, wohl die Protektion einflussreicher Bewunderer zunutze zu machen verstand, darüber hinaus aber eine außergewöhnliche Selbständigkeit und Widerstandsfähigkeit entwickelte." (Helmut Peters in: Piano News, Januar 2007. Die vollständige Rezension finden Sie hier.)
Radiosendungen: Interview mit der Autorin in der Sendung "Mosaik", WDR 3, Freitag, 29. Juli 2005 (Redaktion: Maria Ott, Moderation: Claudia Belemann) Feature: "Und alle Tage bin ich mir des ungeheuren Vorteils bewusst, dass ich frei und unabhängig dastehe.“ Ella Adaïewsky: Pianistin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin (1846–1926). Autorin: Renate Hüsken, Redaktion: Hans Winking. WDR 3, Sonntag, 10. September 2006, 18:15–19:00 Uhr, Sendereihe: "Ariadne. Ein Leitfaden durch die Musik".
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